Der gesamte Körper der Honigbiene ist mit Haaren besetzt. Am Bild sieht man ein Fiederhaar, das ich bei der Nosemauntersuchung fotografieren konnte. Unser neues Mikroskop kann das Präperat 600-fach vergrößern … und das Bild mit einem Beamer an die Wand projezieren. Faszinierend was man da erkennen kann. Mit den Haaren transportieren die Bienen Pollen (der im Haar hängenbleibt). Haare haben auch eine Tast- und Sinnesfunktion mit denen chemische und mechanische Reize wahrgenommen werden können. Das Haarkleid wird im Alter immer schütterer, wodurch ältere Bienen dunkler erscheinen (weil der Chitinpanzer durchscheint).
Stadtimker-Blog
Nosematose
Am 2. März 2017 habe ich schon einmal über diese Frühjahrskrankheit der Honigbienen berichtet (Bericht hier). Am Samstag war es wieder soweit: Viele Imker meines Vereins trafen sich in unserem Vereinssitz in Simmering, um ihre Bienenvölker untersuchen zu lassen. Man benötigt ca. 20 tote Bienen, die man vorher aus den Bienenbeuten gesammelt hat. Man sammelt übrigens nur tote Bienen … von denen man aber auch genug findet, da die Winterbienen schön langsam den Zenit ihres Daseins erreicht haben. Wir erstellten Päparate, die im Mikroskop untersucht wurden. Meine fünf Bienenvölker haben keine Nosema. Hurrraaaa!
Betrunkene Bienen?
Wenn Bienen noch nicht genug Futter finden, nehmen sie anscheinend auch mit einem alten, faulen Apfel vorlieb. Ich hoffe, dass sie anschließend nicht betrunken waren. Pollen gibt es schon genug, im Prater blüht bereits der Winterling.

Bienenflug im Februar
Da freut sich das Imkerherz: Sobald die ersten Sonnenstrahlen die Bienenwohnungen treffen und es etwas mehr als 10°C hat, dann »erwacht« das Bienenvolk und kommt heraus aus seiner behaglichen Behausung. Da können wir diese faszinierenden Geschöpfe endlich wieder sehen und uns an ihnen erfreuen. Als erstes steht bei den Honigbienen immer ein Reinigungsflug an der Tagesordnung (Entleerung der Kotblase), denn die Bienen halten ihr Heim sauber und sammeln alles, bis sie wieder ausfliegen können … sehr ordentlich! Als nächstes wird dann Pollen gesammelt. Schön ist es, wenn der Frühling kommt und die das Leben wieder erwacht!
Schneeglöckchen 2019
Heuer habe ich die ersten Schneeglöckchen im Prater am 11.2.2019 entdeckt … sie waren aber wohl schon länger da … Bitte pflückt sie nicht, in der Vase sind sie eh rasch verwelkt. Für Bienen sind sie allerdings sehr wertvoll, da sie Pollen und Nektar (Wert = mittel) spenden – die Hasel übrigens nur Pollen. Der Pollen der Schneeglöckchen (Galanthus nivalis) ist orangefarben. In Wien ist es übrigens verboten, die oberirdischen Teile dieser Pflanzen in einer Menge, deren Stängel vom Daumen und Zeigefinger einer Hand vollständig umfasst werden können, zu pflücken. Also kauft lieber Blumenzwiebel im Fachhandel und pflanzt welche in eurem Garten …
Grüner Kreis macht Bienenwohnungen
Seit 1983 hilft der Verein »Grüner Kreis« bei der Rehabilitation und Integration suchtkranker Menschen. Es gibt dort eine Tischlerei und ich habe mir erstmals dort neue Bienenwohnungen (Zargen und Hoffmannrähmchen) bestellt und bin wirklich sehr zufrieden. Erstklassige Qualität! Ich fuhr (mit einer Zarge samt Rähmchen) zum Rudolfsplatz 9 und überprüfte ob das Maß mit meinen bestehenden Beuten übereinstimmt – dem war zum Glück so. Maßanfertigungen sind aber auch überhaupt kein Problem. Wenn man hier kauft, dann hilft man nicht nur den Bienen, sondern auch Menschen, die gerade in einer sehr schwierigen Situation sind … das freut doppelt 🙂
Kontrolle mit Stockwindel
Im Winter ist es zu kalt um Bienenvölker zu öffnen. Ich habe die Stockwindel (eine Kunststofftasse) eingeschoben und wenn man diese zur Kontrolle nach ein paar Tagen wieder herauszieht, dann kann man an den Wachskrümeln, die die Bienen von den Waben lösen um an das Winterfutter zu gelangen, erkennen, wo sich die Wintertraube gerade befindet … und daraus ableiten ob noch genug Winterfutter vorhanden ist, ohne die Bienen zu stören. Man kann auch abgefallene Varroamilben zählen und auf den Befall des Volkes Rückschlüsse ziehen. Leider habe ich feststellen müssen, dass bereits zwei Völker den Winter nicht überlebt haben. Sehr traurig ist das immer …
Vortrag: Flügeldeformationsvirus
Der Vortragende unseres gestrigen Imkervereinabends war der Tierarzt und Virologe Dr. Benjamin Lamp PhD von der VetMedUni Vienna. In seiner Familie wird seit mehr als 200 Jahren geimkert und auch er ist Imker. Er unterrichtete uns in seinem Vortrag vor allem über das Flügeldeformationsvirus, das Bienen befallen (und ganze Bienenkolonien vernichten) kann … Bei Honigbienen wird es vor allem durch die parasitäre Varroamilbe verbreitet. Eine Behandlung bei einer Infektion gibt es aber leider nicht. Es müssen Maßnahmen zur Eindämmung des Varroabefalls getroffen werden. Ein wirklich sehr spannend gehaltener und interessanter Vortrag.
Bienendemokratie – Thomas D. Seeley
»Bienendemokratie – Wie Bienen kollektiv entscheiden und was wir davon lernen können« sowie »Auf der Spur der wilden Bienen« beides von Thomas D. Seeley sind meine Neuanschaffungen. Seeley promovierte in Harvard, ist ein international renommierter Verhaltensforscher und unterrichtet derzeit an der Cornell Universität (USA) Neurobiologie. »Bienendemokratie« ist so spannend … ich kann gar nicht mehr aufhören zu lesen … wie entscheidet zB ein Volk, wenn einige Dutzend Bienen (nach dem Schwärmen) ein neues Zuhause suchen … und viele ein passendes Heim gefunden haben? Wirklich spannend! Eine klare Kaufempfehlung von mir, das Buch ist ein Muss!
Gin Bien (mit Honig und Wachs)
Das Jahr fängt ja wirklich gut an. 🙂 Da hat man mir doch wirklich eine Flasche Gin (von Bienenlieb) samt Lobsters Tonic Water (beides aus Salzburg) geschenkt. Das Besondere daran ist, dass der Gin bio ist und neben Beeren, Früchten und 9 verschiedenen Kräutern auch Honig und Wachs (von Imker Daniel Pfeifenberger) enthält. Destilliert wird er im Stiegl-Gut Wildshut und kommt dann in eine wunderschöne Steingutflasche. Laut Homepage steckt viel Handarbeit drinnen in dem edlen Gertänk. Ich freue mich schon sehr darauf ihn zu verkosten … (dann gibt es hier natürlich ein Update). Beziehen kann man den Gin unter www.ginbien.at
Manuka-Honig aus Neuseeland
Das Christkind hat an mich gedacht und mir zu Weihnachten unter anderem einen Manuka-Honig aus Neuseeland gebracht. Manuka ist der Name der Südseemyrte. Bei diesem wirklich sehr (sehr) teuren Honig wurde im Jahr 2011 bei einer Studie eine antibakterielle und entzündungshemmende Wirkung festgestellt. Auch die TU-Dresden konnte bakterientötende Eigenschaften gegen die Erreger »Staphylococcus aureus« und »Escherichia coli« feststellen. Beim Manukahonig passiert das durch eine Verbindung namens Methylglyoxal. Österreichischer Honig enthält hingegen Wasserstoffperoxid, welches bei der Honigproduktion entsteht (durch das Enzym »Glucose-Oxidase«, das die Bienen hinzufügen). Weiterlesen
Frohe Weihnachten
Das Jahr 2018 war für die „Praterbienen“ ein gutes Jahr. Es gab zwar Rückschläge (ein Volk ist im Winter der Varroamilbe zum Opfer gefallen, und ein Volk wurde umgeworfen) aber das konnte mich nicht stoppen weiter für die Bienen zu arbeiten. Ich habe heuer erstmals selber zwei Völker vermehrt und gehe nun mit 7 Völkern in den Winter. Drei Völker stehen bei mir im Garten und vier auf eine Wiese im Prater. Es geht ihnen gut. Ich habe mich in einigen Kursen weitergebildet und so steht einem erfolgreichen Bienen-Jahr 2019 hoffentlich nichts im Wege. Ich wünsche auf diesem Wege allen Unterstützern, Kunden, Lesern dieses Blogs und einfach allen HonigbärInnen frohe Weihnachten und ein paar ruhige Tage.