Großartig, wie Bienen Waben bauen. Sie sind federleicht und durch die Sechseckige-Form auch materialsparend. Das macht auch Sinn, denn das »ausschwitzen« von Wachs ist energieaufwändig. Für die Produktion von 1 kg Wachs benötigt das Bienenvolk etwa 10 kg Honig und ein Kilogramm Blütenstaub. Ein Wachsschüppchen wiegt ca. 0,0008 g … das bedeutet, dass die Bienen über eine Million davon produzieren müssen um ein Kilogramm Wachs zu erhalten. Wachs ist somit für das Bienenvolk sehr kostbar! Bienen kommunizieren auch über Waben, da es die Schwingungen des Schwänzeltanzes überträgt – was in der Dunkelheit des Bienenstocks sehr hilfreich ist.
Kategorie: Wissen
Bienen sind faszinierende Geschöpfe!
Honigbienen sind vermutlich die einzigen Insekten, die ihr Nest erwärmen können und sie nutzen Pflanzen für ihre Gesundheit. Die Immunabwehr von Bienen ist nicht so gut … und was machen sie? Sie nutzen zB Propolis, umgewandeltes Harz. Viele Pflanzen produzieren Harze, die eine antimikrobielle, wasserabweisende und wärmeisolierende Eigenschaft aufweisen. Tote Tiere in den Behausungen (zB Mäuse, die zu groß sind um sie zu entfernen), werden mit Propolis mumifiziert … So kann die Verwesung keinen Schaden anrichten. Auch winddurchlässige Ritzen im Bienenstock werden »propolisiert« um das Klima zu verbessern. Wirklich faszinierend diese Tiere.
Neue Dachmarke »Stadternte Wien«
Die Landwirtschaftskammer Wien hat gestern mit Unterstützung von Bgm. Michael Ludwig die neue Dachmarke »Stadternte Wien« präsentiert. Dieses Siegel können alle Wiener landwirtschaftlichen Betriebe erhalten, deren Produkte auf Wiener Boden gewachsen sind und die an einem staatlich geprüften Qualitäts- und Herkunftssicherungssystem teilnehmen. Da Konsumenten vermehrt auf regionale Produkte fokussiert sind, ist dies ein wertvoller Beitrag, um lange Transportwege zu vermeiden und besonders frische, qualitativ hochwertige Produkte sichtbar zu machen. Übrigens, auch ein Glas Prater-Honig ist im Lastenfahrrad versteckt … 🙂
Eine neue Königin wird benötigt …
Bei der gestrigen Kontrolle des schwachen Volkes konnte ich mehrere Nachschaffungszellen finden. Das Volk ist mit der Eier-Legeleistung der Königin nicht mehr zufrieden (oder die Königin ist verstorben) und benötigt eine neue Königin. Im Unterschied zu einer Schwarmzelle (die meist unten auf der Wabe angelegt werden) ist diese Zelle eher mittig oder oben angelegt. Diese neuen Königinnen sind leider nicht ideal für das Volk, da einerseits die Bienenlarve erst später mit Gelèe royale gefüttert worden ist und andererseits die Zelle erst nachträglich vergrößert wurde und die zukünftige Königin verkrümmt aufwächst …
Polleneintrag bei Bienenvölkern
Am Samstag habe ich bei allen Bienenvölkern kontrolliert, ob Pollen eingetragen wird. (Details zu Pollen in meinem Beitrag von 2019 »Bienen bringen Pollen«.) Der Polleneintrag ist für den Imker ein wichtiger Indikator, ob es im Volk Brut gibt, denn Pollen ist die Brutnahrung. Wenn es Brut gibt, dann gibt es eine Königin, die Eier legt. So kann man den Zustand eines Bienenvolkes nur durch Beobachtung der fliegenden Bienen diagnostizieren, ohne das Volk zu dieser kalten Jahreszeit öffnen zu müssen. Im Bild sieht man eine Arbeiterin mit vollen Pollenhöschen.
Palmkatzerl für Bienen
Wer Bienen und Schmetterlingen etwas Gutes tun will, pflanzt am besten Weiden, denn diese sind, zu dieser Jahreszeit, eine wichtige Nahrungsquelle für Tagpfauenauge, Zitronenfalter, Biene usw. Weiden sind durch Stecklinge einfach zu vermehren und es gibt sie in besonderen Farben, die zB zuerst rosa, dann grau werden. Bitte keine Palmkätzchen wild »ernten«. Schneidet man sie, raubt man Insekten ihre Nahrungsgrundlage. Für Ostersträuche eignen sich sehr gut Forsythien. Sie leuchten wunderschön gelb und geben keinen Nektar bzw. Pollen … Das heißt, Insekten benötigen sie nicht. 🙂
Sonnentag
Meine Home-Office-Mittagspause habe ich heute dazu genutzt, um (mit dem Fahrrad) einen kurzen Besuch bei meinen Prater-Bienen am Bienenstand zu machen. Nachdem es ca. 14,5 °C hatte, waren die Bienen flott unterwegs und ich konnte sie beobachten. Man sieht zum Beispiel dass sie keine Pollenhöschen haben … denn Pollen gibt es um diese Jahreszeit im Prater auch nicht mehr. Dann habe ich noch die Fluglöcher kontrolliert ob sie verlegt sind, nachgesehen ob die Spanngurten fest sitzen und noch schnell ein neues Schild mit meiner VIS-Nummer montiert (das ist verpflichtend). Dann schnell wieder nach Hause und weiter arbeiten … 🙂
Honig-Gütesiegel für Praterhonig 2020
Hurra, Hurra, Hurra! Auch heuer habe ich es wieder geschafft, für meinen Honig das Österreichische Honiggütesiegel (Qualitäts-Zertifikat) zu erhalten. Es ist viel strenger als die Österreichische Honigverordnung und ich bin immer gespannt ob ich es auch schaffe. Hier die Werte: Wassergehalt 17,3 %; elektr. Leitfähigkeit 895 µS/cm; pH-Wert: 4,8; HMF-Wert 1,9 mg/kg; Invertaseaktivität: 106 E/kg; Farbe: bernsteinfarben; Konstistenz: flüssig; Geschmack: typisch; Geruch: normal. Zum Gütesiegel habe ich im August 2018 schon einmal einen detaillierten Artikel verfasst, falls jemand nachlesen will, was die Werte bedeuten …
Stadtimkerei … geht das?
Meine Bienen sind privilegiert, sie wohnen im Prater, der ein Naturschutzgebiet mitten in Wien ist. Da gibt es keine Landwirtschaft (die Pestizide verwendet) und keine immens großen Felder über die die Bienen nicht mehr drüber fliegen können. Es gibt hier Alleen (z.B. mit Rosskastanien auf der Prater-Hauptallee) und Parks, Wiesen die nur selten gemäht werden und Gärten wo der Artenreichtum einfach enorm ist. Ich bin auch ein sogenannter Standimker, ich transportiere die Bienen nicht um spezielle Honigsorten ernten zu können … ich vermeide es den Bienen den Stress des Übersiedelns anzutun.
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Es ist zu warm für unsere Bienen!
Heimische Honigbienen sind daran angepasst, dass es im Winter friert und minus 20°C sind gar kein Problem … solange genug Futter eingelagert ist. Die Königin legt dann keine Eier und die Temperatur im Bienenstock fällt auf etwa 10-15°C ab. Zwischendurch wird immer wieder kurz auf ca 20°C aufgeheizt (durch Muskelkontraktionen der einzelnen Bienen) um Futter zu verflüssigen. Wenn es aber zu warm ist, dann legt die Königin Eier, die bei bis zu 35°C warm gehalten werden! Die Bienen müssen ständig »heizen« was natürlich sehr anstrengend ist und sie verbrauchen auch enorm viel Futter.
Blüten- & Blatthonig 2019
Heuer konnte ich zwei Mal Honig schleudern. Der Dünklere ist ein Blüte-mit-Blatthonig, der Hellere ist ein reiner Blütenhonig. Blatthonig nennt man übrigens Honige, bei denen die Bienen den Nektar nicht aus Nektarien der Pflanzen sammeln, sondern den sog. Honigtau von Blättern – zB bei Ahorn, Linden, Eichen, Birken, Buchen, … Wenn sie das bei Fichten, Tannen und Kiefern machen, nennen wir das Waldhonig. Beide Honige habe ich wieder in einem Labor prüfen lassen und sie haben das Österreichische Honiggütesiegel verliehen bekommen. Es sind übrigens schon etwa 3/4 des Honigs an Liebhaber vergeben worden … wer welchen will, meldet sich bei mir.
Honiggläser waschen
Kauft man Einmachgläser, dann scheint es oft, als seien die Gläser sauber. Frisch aus der Fabrik! Vielleicht sind sie es auch innen, das weiß ich nicht … wenn ich jedenfalls einige hundert Gläser, die ich auf einer Palette im Auto habe, in Kisten umschlichte, um sie besser verstauen zu können, dann sind meine Hände schwarz. Also doch nicht so sauber, wie man glaubt. Dann müssen sie eben in den Geschirrspüler. Und nur sie, kein anderes Geschirr. Anschließend müssen sie trocknen, denn anders als bei Marmelade, sollte man keine Feuchtigkeit in den Honig einbringen. Ist dieser zu feucht, wird er gären … und das sollte man vermeiden (außer man will Met erzeugen)!