Am Ende des Sommers weiß der Imker oft nicht so wirklich wo er die überzähligen Rähmchen am besten lagern soll … Die Leerzargen der nicht benutzten Bienenbeuten kann man natürlich verwenden, doch die müssen im Winter gereinigt und desinfiziert werden … es ist also eine mühsame Herumschlichterei (außer man hat Unmengen an überzähligen Zargen). Deshalb habe ich mir einen Wabenschrank gebaut. Ein Pax-Schrank von Ikea hat sich für mich als ideal erwiesen. Man bekommt sie gebraucht sehr günstig zB bei »willhaben« und ich konnte im 201 cm hohen Schrank sieben Reihen mit Rähmchen unterbringen. Darunter sind noch 2 Gitterladen. Damit die Wachsmotte nicht zuschlägt, werden alle bebrüteten Waben vorher ein paar Tage tiefgekühlt …
Kategorie: Wissen
Honig-Refraktometer
Jetzt habe ich auch ein eigenes Refraktometer. Es stellt den Wassergehalt in Honig von 12% bis 30% dar. Es hat eine automatische Temperaturkompensation (ATC), das macht das Benutzen viel unkomplizierter. Leider ist die Beschreibung (einer deutschen Firma!) zur Kalibrierung des Geräts fehlerhaft und nicht verständlich … was das Kalibrieren zur Herausforderung werden ließ. Letztendlich habe ich das aber auch gemeistert. Zum Kalibrieren war übrigens ein Nelkenöl beigelegt … meine Hände rochen noch Stunden später danach. Also Vorsicht, wer den Geruch nicht mag, nimmt am besten Handschuhe oder arbeitet vorsichtiger als ich. 🙂
Geeichte Honig-Waage
Beim Abfüllen des Honigs in Gläser muss man natürlich eine geeichte Waage verwenden. Endlich habe ich eine eigene und muss mir keine mehr ausborgen. Der Akku hält bis zu 180 Stunden … das wird wohl reichen (ein Stromkabel ist natürlich auch dabei). Die Wägeplattform ist aus Edelstahl, die Folientastatur ist feuchtigkeitsbeständig und das beleuchtete Display lässt auch bei schwierigen Bedingungen eine gute Ablesung zu. Der Wägebereich ist von 0 bis 3kg (in 1g Schritten) und von 3 bis 6 kg (in 2g Schritten). Was will man mehr? Ich freue mich!
Honig über 20% Wassergehalt
Nachdem mich viele gefragt haben, was man mit Honig über 20% Wassergehalt tun kann … hier die Antwort für alle Leser meines Blogs: Inverkehrbringen (verkaufen) als normalen Honig darf der Imker diesen Honig nicht. Er kann ihn aber als sogenannten Backhonig zB für die Lebkuchenproduktion oder für die Erstellung von Met verkaufen (oder dies natürlich selber machen). Normalerweise entnimmt man nur komplett verdeckelte Waben (siehe Foto) zum Honigschleudern, da kann es eher nicht passieren, dass der Honig zu feucht ist … achja, als Futter für die Bienen (zum Beispiel bei einem Kaltwettereinbruch und tagelangem Regen im April oder Mai) kann man ihn natürlich auch verwenden.
Wissen: Honig-Refraktometer
Honig ist hygroskopisch – er zieht Feuchtigkeit an. Deswegen sollte er gut verschlossen aufbewahrt werden – hat Honig nämlich über 20% Wassergehalt, kann er zu gären beginnen. Vor dem Schleudern einer Wabe, muss überprüft werden, ob der Honig »reif« ist. ZB indem man die Honigwabe kräftig stößt … tropft Honig raus, ist er noch zu feucht und man sollte sie nicht schleudern. Der Wasseranteil kann auch mit einem Refraktometer gemessen werden. Das ist ein optisches Messgerät (mit einem Prisma), das die Brechung von Licht ausnutzt. Man gibt einen Tropfen Honig drauf und wenn man durch das Okular sieht, erkennt man an einer Skala den Feuchtegrad. Mein Prater-Honig hat etwa 17,5%, das passt.
Hummeln lieben Lavendel
Am Wochenende war ich am Lavendel-Wein-Fest in Unterdürnbach/Maissau. Es gibt dort einen Lavendelschaugarten mit etwa fünfzig verschiedenen Lavendelarten. Am meisten hat mich beeindruckt, dass es dort so viele Hummeln gibt. Ich habe noch nie so viele verschiedene Hummelarten auf einem Fleck gesehen … es war echt faszinierend. Ich glaube, ich muss mir ein Hummelbestimmungsbuch zulegen. Sollte man zB die Amethystwelt in Maissau besuchen (Eintritt in den Garten und Shop gratis, es gibt einen Schaubienenstock und Bienen-Lehrtafeln), kann man anschließend den Lavendelschaugarten und das Barockschloss in Unterdürnbach erforschen. Zur Stärkung gibt es im Ort natürlich auch Heurigen und Weinbauern … Achja, gegenüber des Eingangs des Schaugartens steht ein Maulbeerbaum – die Früchte sind gerade reif und laden zum Naschen ein …
Holzbienen im Garten
Zu Weihnachten habe ich im Imkerverein ein kleines Säckchen mit Bienenweide (einer Wildblumen-Samenmischung für eine Bienenwiese) geschenkt bekommen. Wir haben diese Samen im Garten und in Blumentöpfen ausgestreut … und siehe da, wunderliche (mir unbekannte) Pflanzen wachsen nun … und wir haben fast täglich Holzbienen im Garten. Sie haben schwarze Haare und violette Flügel und sind einfach wunderbar anzusehen … Flugkünstler sind sie keine … eher Brummer …
Wissen: Bienenkönigin, die Weisel
Die Bienenkönigin, vom Imker Weisel genannt, wird etwa bis zu fünf Jahre alt. In den Monaten Mai und Juni legt sie bis zu 2000 Eier am Tag. Das entspricht ihrem eigenen Körpergewicht. Im Winter stellt sie die Legetätigkeit komplett ein. Sie produziert Pheromone, die das Zusammenleben im Bienenvolk steuern. Die Königin wird bei ihrem Hochzeitsflug von bis zu 20 Drohnen begegattet und kehrt dann in den Stock zurück. Die Weisel ist nicht die Chefin im Bienenvolk, die Gemeinschaft (der Bien) entscheidet. Ist zB die Legeleistung der Königin aufgrund ihres Alters nicht mehr gut, dann weiselt das Volk um – es macht sich eine neue Königin. Der Name (der) Weisel kommt übrigens aus dem Mittelhochdeutschen und steht für Anführer, Oberhaupt. Damals glaubte man noch, daß nur ein männliches Tier einem so tollen, fleißigen Volk vorstehen könnte. Heute ist man klüger… Heute ist es die Weisel …
www.praterhonig.eu
Bereits vergangenes Jahr habe ich mich nach einer neuen »schönen« Internetadresse für meinen Bienen- und Imkerblog umgesehen. Die URL »praterhonig.pnb.at« finde ich zwar sehr gut, weil sie in einer Adresse meine Leidenschaft und die Initialen meines Namens vereint, aber für eine gute Reihung in den Suchergebnissen von Google ist sie nicht ideal, da »praterhonig« eine sogenannte Subleveldomain ist … »pnb.at« ist die Hauptdomain. Eine Hauptdomain mit »praterhonig« muss also her. Die ».at« bzw. ».com« Variante besitzt leider ein Imkerverein … sehr schade. Ich habe dann praterhonig.eu gefunden … die war noch frei. Also bitte oft klicken … es gibt immer wieder etwas interessantes zu lesen …
Der Kälte trotzen
Am 18. November 2017 um 12 Uhr hat es bei mir im Prater nur 8 Grad Celsius. Es ist bewölkt sowie leicht windig … und dennoch trotzen ein paar Bienen diesen Temperaturen und fliegen aus … faszinierend. Siehe Foto von 12 Uhr.
Melissopalynologe findet nichts
Ich wurde gefragt, warum man gefälschten Honig nicht so leicht erkennen kann? Das Honiggemisch (Honig plus Zuckersirup) wird stark erhitzt (somit eigentlich kaputt) und dadurch sehr flüssig, dann wird es mit hohem Druck durch feine Filter gepresst. Bei der Ultrafiltration wird das Honiggemisch auch noch zusätzlich mit Wasser verflüssigt und über Aktivkohle- oder Kieselgurfilter gepresst. Es können sogar Farbstoffe, Makromoleküle und Reste von Tierarzneimitteln entfernt werden. Wenn es im Honiggemisch nun keine Restspuren von Pollen etc. gibt, kann der Melissopalynologe (Honigpollenanalytiker) den Honig aber leider nicht mehr bestimmen. Sirupe aus zB Beispiel Reis, Weizen oder Zuckerrüben, können mit der in der Honiganalyse üblichen Methode der Massenspektografie leider auch nicht nachgewiesen werden … Conclusio: Kauft Honigprodukte beim Imker eures Vertrauens!
Insel-Belegstelle
Der heurige Sommerurlaub brachte mich auf die deutsche Nordsee-Insel Amrum. Wunderschön ist es hier. Dünen und Sand weit und breit. Wie ich herausgefunden habe, ist auch Amrum (wie fast alle deutschen Inseln) eine Belegstelle. Das heißt, dass Züchter mit ihren Königinnen hier auf die Insel fahren um sie von ausgewählten Drohnen begatten zu lassen. In diesem Fall handelt es sich um die österreichische „Peschetz“-Zucht die hier weiter geführt wird. Der Urzüchter, Hans Peschetz (1901 – 1968), war ein österreichischer Eisenbahnbeamter. Die typischen Eigenschaften und Merkmale dieser Carnica-Bienen beschrieb er wie folgt: »Der Schwarm etablierte sich als starkes Volk, das ungemein sammeleifrig war. Es brachte bereits im Mai‑Juni sehr gute Trachtergebnisse und der Honig konnte im Juni dreimal geschleudert werden, nämlich 15,5 + 18 + 12 kg!“